Digitale Reife: Weißt du, wo du stehst und wohin du willst?
Partner-Beitrag
Dieser Beitrag wurde von unserem Partner iCodeFactory verfasst. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit veröffentlichen wir regelmäßig gemeinsame Fachinformationen und Einblicke, um unsere Leser besser und breiter zu informieren.
Hier geht es zum OriginalbeitragDigitale Reife zeigt dir, wo du heute stehst und welche nächsten Schritte für deine Transformation sinnvoll sind. Quo Vadis heißt ein Roman von Henryk Sienkiewicz, der dafür den Literaturnobelpreis erhalten hat. Wohin willst du?
In den letzten Monaten habe ich viel Zeit in der DACH Region verbracht und verschiedene Organisationen besucht, meist Fabriken, von kleinen Familienbetrieben bis hin zu komplexen Industriesystemen. Sie unterscheiden sich in Größe, Ausstattung und Organisation. Was sie fast immer gemeinsam haben: Viele hatten bisher nicht die Gelegenheit herauszufinden, was Reifegrade der Digitalisierung sind und warum sie wichtig sind.
Der Inhaber einer Fabrik erzählte mir, dass er im letzten Monat auf drei Messen war. Er hatte das Gefühl, dass das Niveau digitaler Innovation bei der Konkurrenz extrem hoch ist. Obwohl er sein eigenes Unternehmen für innovativ hält, war er überrascht, was heute alles möglich ist.
Viele von uns haben das Gefühl, zu spät zu sein. Nicht ohne Grund.
Aber bevor du eine Transformation startest, musst du zuerst wissen, wo du gerade stehst. Ohne diesen Ausgangspunkt werden Investitionen noch unberechenbarer, Prioritäten werden falsch gesetzt und Erwartungen werden unrealistisch. Deshalb ist das Konzept der digitalen Reife mehr als nur ein Schlagwort. Es ist der klügste Startpunkt.
Was bedeutet digitale Reife genau?
Die digitale Reife einer Organisation hat nichts damit zu tun, wie viele digitale Tools du gekauft hast.
Eine Reifegradbewertung ist keine Formalität, sondern ein Startpunkt, der priorisiert und Ergebnisse beschleunigt. Viele Unternehmen haben digitale Tools, aber nicht die Prozesse und die Kultur, die ihre Umsetzung ermöglichen. Digitale Reife misst die Ausrichtung von Technologie, Menschen und Prozessen, nicht die Menge an gekaufter Software.
Oft sehen wir ein Paradox: Ein Unternehmen hat gute digitale Tools, aber es fehlen die Prozesse, die Unternehmenskultur oder die Struktur, um sie zu nutzen. Das Ergebnis: Die Technologie bleibt wie Kapital auf dem Konto der Organisation, und die Menschen arbeiten weiter wie zuvor.
Auch das Gegenteil ist nicht selten. Ein Unternehmen hat ein starkes Produkt, und genau das bremst die digitale Transformation. Warum etwas verändern, wenn die Ergebnisse doch gut sind?
In Gesprächen mit Unternehmen sehe ich oft das gleiche Muster: Alle wollen vorankommen, aber niemand ist sicher, was der nächste Schritt sein soll. Eine gute Einschätzung der digitalen Reife gibt auf diese Frage eine Antwort.

Digitale Reife ist eine Einschätzung, wie weit eine Organisation digitale Technologie übernommen und integriert hat. Das betrifft Strategie, Kultur und Prozesse, aber auch Automatisierung in allen Bereichen des Geschäfts.
Ganz einfach gesagt ist digitale Reife die Fähigkeit einer Organisation, digitale Technologien nachhaltig, effizient und sinnvoll zu nutzen.
Warum gibt es unterschiedliche Modelle für digitale Reife?
Wenn du dich mit Modellen für digitale Reife beschäftigst, wirst du schnell merken: Es gibt viele davon.
Der Grund ist einfach: Digitale Transformation sieht in der Finanzbranche anders aus als im Gesundheitswesen, und wieder anders in der Fertigungsindustrie.
Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, mit Vertretern eines großen Konzerns aus Skandinavien zu sprechen, der Schiffbau, Verteidigungsindustrie und Meeresforschung abdeckt.
Ohne ein klares Bild deines eigenen Reifegrads wird jede Investition riskanter.
Wir sprachen über Mitarbeiterschulungen rund um Automatisierung in der Softwareentwicklung, DevOps. Ich war froh, als ich merkte, dass sie eines der etablierten Modelle nutzen, das den Erfolg von IT Projekten unterstützt, CMMI.
Capability Maturity Model Integration ist ein sehr anspruchsvolles Modell in der Umsetzung. Es wird aber gerade in großen Systemen geschätzt, die sicherheitskritisch sind oder nationalen bzw. internationalen Vorgaben unterliegen. Von diesem Modell höre ich seit dem Studium, und das ist schon eine Weile her.
Außerdem möchte ich den ACATECH Industry 4.0 Maturity Index erwähnen, vermutlich das bekannteste Modell für Fertigungsunternehmen. Es kennt mehrere Stufen, von der Computerisierung bis zur Anpassungsfähigkeit der Organisation.
Es gibt auch Modelle großer Beratungen. Wichtiger als eine lange Liste ist aber, dass diese Ansätze gemeinsame Grundlagen haben.
Die Begriffe unterscheiden sich, aber die Frage ist immer dieselbe: Wo stehen wir heute, wo wollen wir hin, und was brauchen wir dafür?
Was steckt in all diesen Reifegradmodellen?
Unabhängig von der Branche gibt es Bereiche, die in fast jedem Modell vorkommen:
- Strategie: Gibt es eine klare digitale Reise und konkrete Details zur Umsetzung?
- Prozesse: Lassen sie sich digitalisieren, messen und optimieren?
- Daten: Werden sie nur gesammelt oder tatsächlich für Entscheidungen genutzt?
- Technologie: Wie interoperabel ist sie, und wie gut ist sie auf Wachstum vorbereitet?
- Menschen und Kultur: Gibt es die Bereitschaft zur Veränderung?
- Automatisierung: Sind wir bei Basisautomatisierung, oder arbeiten wir bereits vorausschauend?
- Kundenkommunikationskanäle: Wie kommunizieren wir, und was wissen wir über unsere Kunden?
Spannend ist: Wenn Unternehmen diese Fragen durchgehen, merken sie oft schon dabei, wo sie stehen. Häufig ahnen sie das Ergebnis im Voraus. Manchmal ist die Frage wertvoller als die Antwort.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Frage, die das Problem löst
Ein aktueller Fall aus der Fertigungsindustrie zeigt besonders gut, warum digitale Reife wichtig ist.
Der Kunde war interessiert, wusste aber nicht, wo er mit der weiteren Digitalisierung seines Geschäfts anfangen sollte. Im Gespräch gingen wir verschiedene Themen durch, die den Betrieb betreffen: Datenmanagement, IT Infrastruktur, Produktionsprozesse, digitale Fähigkeiten der Mitarbeitenden, bestehende Lösungen.
Unter anderem beschwerte sich der Kunde über häufige Anrufe von Kunden, die Mitarbeitende zu viel Zeit kosten. Ich erinnerte mich sofort an eine Frage aus einem Reifegradtest: Bietest du deinen Kunden Selfservice an? Was bedeutet Selfservice? Es ist ein Weg, wie der Kunde sein Problem selbst lösen kann, ohne deine Zeit zu binden.
Ich habe ein Pilotprojekt gestartet. Um die digitale Reife deiner Organisation zu erhöhen, müssen deine Kunden ihre Probleme selbst lösen können. Das geht mit einer Website, die eine einfache Liste häufig gestellter Fragen bietet. Es geht aber auch mit einem Selfservice Portal, in dem jeder Kunde ein eigenes Konto hat, Einkaufsdaten und Services sieht, Zugriff auf Anleitungen bekommt und eine Wissensdatenbank mit typischen Problemen und Lösungen nutzen kann. Du kannst zusätzlich KI einsetzen, die auf diesen Daten arbeitet oder Kunden proaktiv über relevante Aktivitäten rund um die Maschinen informiert, die sie besitzen. Das sorgt für eine starke Kundenerfahrung, ohne die Zeit deiner Mitarbeitenden zu verbrennen.
Lohnt sich das? Die Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen lässt sich gut berechnen. Du stellst die Zeit deiner Mitarbeitenden und die Zufriedenheit deiner Kunden den Kosten gegenüber, also den Kosten für Entwicklung oder Kauf einer fertigen Lösung und den laufenden Betriebskosten.
Die Lösung in diesem Fall war einfach.
Wir haben ein Hilfe Modul in die bestehende Maschinenkonsole integriert:
- Wenn der Nutzer die Hilfe aktiviert, erhält er einen kurzen Fragebogen.
- Die Daten aus der Maschine werden automatisch erfasst.
- Die Software schlägt die häufigsten Lösungen vor.
- In vielen Fällen löst der Kunde das Problem, bevor er überhaupt den Support anruft.
- Entscheidet sich der Kunde für einen Anruf, passiert der entscheidende Teil: Das Supportcenter weiß bereits, dass der Kunde anrufen will. Die Geschäftsdaten des Kunden wurden schon an den Support übertragen, genauso wie Maschinen und Fragebogendaten, die der Kunde vor dem Anruf durchlaufen hat.
- Danach konnte das Unternehmen neue Supportstufen einführen. Das war vorher nicht möglich, weil alle Anrufe dieselbe Supportstufe hatten und zudem kostenlos waren.
Eine kleine Änderung, ein klarer Nutzen.
Und alles begann mit einer Frage zur digitalen Reife der Organisation: Bietest du deinen Kunden Selfservice an?
Fazit: Digitale Reife, manchmal ist die Frage wertvoller als die Antwort
Der Reifegrad wird nicht gemessen, um eine Punktzahl zu bekommen, sondern um zu verstehen, welchen Wert du kurzfristig schaffen kannst.
Manchmal reicht ein Pilotprojekt, um zu zeigen, was möglich ist.
Eine gut gestellte Frage, zum Beispiel: Bietest du deinen Kunden Selfservice an? Sie zeigt oft die wichtigste Richtung der digitalen Transformation. Manchmal ist die Frage wertvoller als die Antwort.
Manchmal ist es nötig, Prozesse neu zu definieren. Manchmal reicht schon die Erkenntnis, dass KI keine Magie ist, sondern ein Werkzeug, und ein sehr mächtiges dazu.
Jeder Kontakt mit dem Kunden ist eine Gelegenheit, voneinander zu lernen. Digitale Reife hilft dabei, dieses Lernen schneller, klarer und gezielter zu machen.
Bevor du deine nächste Investition, Modernisierung oder dein nächstes Digitalprojekt startest, halte kurz inne und bewerte, wo du heute stehst. Davon hängt auch dein Quo Vadis ab.
Digitale Reife einschätzen, ohne Umwege
Die gute Nachricht ist: Eine Einschätzung der digitalen Reife muss nicht teuer, lang oder kompliziert sein. Sie kann außerdem sehr lehrreich sein.
Deshalb haben wir einen kostenlosen Fragebogen zur digitalen Reife erstellt. Er dauert etwa 15 Minuten und gibt dir direkt klare Hinweise dazu, wo dein Unternehmen steht und worauf du achten solltest.
Du findest ihn hier: Kostenloser Fragebogen zur digitalen Reife von iCodeFactory.
Allein das Durchgehen der Fragen ist schon hilfreich. Viele Nutzer sagen, dass es ihnen die Augen geöffnet hat, noch bevor sie das Ergebnis gesehen haben.
Wie setzt du bei euch eine Einschätzung der digitalen Reife auf, eher als Workshop mit Stakeholdern oder als strukturierter Fragebogen? Schau gerne bei uns auf LinkedIn vorbei und diskutiere mit.