Secure Development Lifecycle messen: Das Lunaris SDL Assessment

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Secure Development Lifecycle messen: Das Lunaris SDL Assessment
Ein kompaktes Online-Assessment hilft dir, den Reifegrad deines Secure Development Lifecycle einzuordnen und konkrete Verbesserungen abzuleiten.

Wenn Security erst kurz vor dem Release ernsthaft Thema wird, ist es meistens schon teuer. Findings müssen unter Zeitdruck gefixt werden, Teams diskutieren über Prioritäten, und am Ende bleibt ein ungutes Gefühl, ob wirklich alles abgedeckt ist. Ein kompaktes Online-Assessment hilft dir, den Reifegrad deines Secure Development Lifecycle einzuordnen und konkrete Verbesserungen abzuleiten.

Ein Secure Development Lifecycle (SDL) macht Security zu wiederholbaren Aktivitäten über den gesamten Lifecycle hinweg, statt zu einer einmaligen Aktion kurz vor Go-live. Das Lunaris SDL Assessment ist dafür ein schneller, strukturierter Selbstcheck.

Was ist ein Secure Development Lifecycle?

Ein Secure Development Lifecycle (SDL) beschreibt Security-Aktivitäten über den gesamten Software-Lifecycle hinweg: von Requirements über Design, Build und Test bis in Deployment und Betrieb. Typische Bausteine sind Threat Modeling, Secure-Coding-Guidelines, Code Reviews, SAST (Static Application Security Testing), DAST (Dynamic Application Security Testing), Dependency-Scans, Secrets Management und Security Gates in der CI/CD (Continuous Integration/Continuous Delivery).

Standards wie das NIST Secure Software Development Framework (SSDF), der Microsoft SDL oder OWASP SAMM bieten dabei Orientierung für wiederholbare Practices.

Überblick: Das Lunaris SDL Assessment

Das Ziel des Assessments ist eine schnelle Standortbestimmung: Wo stehen wir heute, und wo sollten wir als nächstes ansetzen? Es geht um Transparenz, Priorisierung und eine gemeinsame Sprache zwischen allen am Produkt beteiligten Rollen.

Die Kategorien im Assessment orientieren sich an den Anforderungen, die der Cyber Resilience Act (CRA) an Produkte mit digitalen Elementen stellt, konkret Annex I, Teil 1, Punkt 2. Damit hilft das Assessment nicht nur bei der SDL-Standortbestimmung, sondern auch als strukturierter Einstieg in regulatorische Erwartungen.

Das Assessment ist bewusst kein formales Audit. Es dient als Einstieg oder Ergänzung für ein DevSecOps-Programm und hilft, ein strukturiertes Bild zu bekommen und typische Lücken zu erkennen.

So führst du das Assessment durch

Der Zugang ist niedrigschwellig: Öffne das Assessment und arbeite die Fragen durch. Starte hier: Lunaris Assessments.

Eine Vorbereitung ist nicht erforderlich, aber es ist hilfreich, alle relevanten Rollen am Tisch zu haben. Teams können das Assessment auch mit einzelnen Teammitgliedern durchführen. Das hilft, Differenzen zwischen individueller Wahrnehmung und Projektrealität zu erkennen.

Plant etwa 30 Minuten im Workshop-Format, dann könnt ihr Unklarheiten sofort klären und habt am Ende eine Auswertung, die ihr gemeinsam tragt.

Welche Fragen kommen vor?

Die Fragen sind nach Domänen strukturiert, die sich an den CRA-Anforderungen für Cybersecurity by Design orientieren, also Security als Bestandteil von Design und Entwicklung: Governance und Policies, Secure Requirements, Architektur und Threat Modeling, Secure Coding und Code Reviews sowie Security Testing.

Im technischen Teil geht es um CI/CD-Security, zum Beispiel SAST, Secrets Scanning, Dependency-, Container- und IaC-Scans (Infrastructure as Code). Dazu kommen Operations-Themen wie Monitoring, Incident Learnings und Patch-Prozesse, also Bereiche, die auch im CRA für die sichere Entwicklung und den sicheren Betrieb von Produkten mit digitalen Elementen gefordert werden.

Die Antworten funktionieren über Reifegradstufen: von nicht vorhanden über teilweise und standardisiert bis automatisiert. Entscheidend ist die Nachweis-Perspektive: Zwischen wir machen das und wir können es belegen liegt ein großer Unterschied.

Typische Fallstricke sind Optimismus-Bias ohne Evidenz, reiner Tool-Fokus ohne Prozessverankerung und unklarer Scope (Team vs. Produkt vs. Organisation).

Ergebnisse verstehen

Die Domänenwerte zeigen, wo du bereits robust bist und wo du Risiken unterschätzt. Achte besonders auf ein spiky profile, also ein Profil mit starken Ausschlägen. Vielleicht habt ihr gute Scan-Tools, aber keine klaren Ownerships, oder Policies, aber keine Automatisierung.

Interpretiere die Ergebnisse im Kontext von Kritikalität, Bedrohungslage, Teamgröße und Release-Frequenz. Vergleiche nicht zwischen Teams, wenn Produkte und Rahmenbedingungen unterschiedlich sind.

Aus Ergebnissen eine Roadmap bauen

Damit aus dem Assessment echte Verbesserung wird, brauchst du eine Roadmap. Cluster die Findings, trenne Quick Wins von strukturellen Themen und gib jeder Maßnahme einen Owner. Definiere Zielzustand und Messkriterium, damit Fortschritt sichtbar wird.

Plane einen Re-Assessment-Rhythmus ein, zum Beispiel halbjährlich, um Trends zu sehen.

Typische Maßnahmen nach Reifegrad: Beim Einstieg helfen Guidelines, Baseline-Checks (Secrets, Dependencies) und Security-Champion-Modelle. Fortgeschrittene Teams standardisieren Threat Modeling und bauen Security Gates in CI/CD ein. Wenn du DAST in die Pipeline bringen willst, schau in unseren Artikel: Security: Automatisierter Web Security Check mit OWASP ZAP.

Ressourcen- und Kostenfragen sind Kern der Entscheidung. Zeit für Schulung, Prozessänderungen und Pipeline-Integration ist oft teurer als das Tool selbst. Mach Trade-offs sichtbar: Cost of Control, Cost of Delay und das Risiko, dass ein Incident später alles dominiert.

Nächste Schritte

Nutze das Assessment als Workshop-Input: Ergebnisprofil anschauen, Maßnahmen als Backlog erfassen und eine kleine Roadmap definieren. Danach wiederholen, zum Beispiel alle sechs Monate, um Trends zu sehen.

Jetzt bist du dran: Mach den Check unter Lunaris Assessments und nutze die Auswertung als nächsten konkreten Schritt.

Wie misst du heute den Reifegrad deines Secure Development Lifecycle? Schau gerne bei uns auf LinkedIn vorbei und diskutiere mit.

Autoren

Lars Roith

Lars Roith

Lars ist Solution Consultant und berät Unternehmen und Entwicklungsteams ganzheitlich bei der Umsetzung ihrer Softwareentwicklungsprojekte, von den Prozessen über die Anforderungen und Architekturen bis hin zu Umsetzung und Betrieb.